(Fortsetzung)
GEBT DEN KINDERN EINE CHANCE
für "Brot für die Welt" am 25. 11.98 in Stuttgart´
Kinder sind Opfer von Erwachsenen.
Es sind Erwachsene, die sie vergewaltigen, verprügeln, ausbeuten, verkrüppeln und töten.
Wenn es einen Sinn des Erwachsenseins gibt, dann besteht er meiner Meinung nach nur darin, die noch nicht aus - gewachsenen, nämlich unsere Kinder, zu behüten und zu beschützen, ihnen ihr Recht auf ihr Leben zu verwirklichen.
Ich weiß, daß das aus der relativ behüteten mitteleuropäischen Sicht leicht gesagt ist, hier gibt es eine soziale Absicherung für Erwachsene, ein Dach über dem Kopf, Arbeit und Ausbildung.
Im Vergleich zu den anderen Erdteilen leben wir im siebten Himmel, den Sternen am nächsten.
Die Mehrzahl der Menschen hängt am Abgrund.
Längst hat sich Welt aufgeteilt in verschiedene Himmel, die Mehrzahl der Menschen hängt am Höllenrand des untersten Himmels.
Es ist, als hätte man das Brot in seine Einzelteile zerlegt, dann ist es aber keine wohltuende Nahrung mehr, sondern nur noch anarchische, zerstörerische Natur.
So wie unser Planet ein Gesamtkunstwerk ist aus Wasser, Erde und schützender Ozonschicht, so ist es auch der Mensch in seiner Gesamtheit als denkendes, fühlendes und handelndes Wesen als Teil eines Gemeinwesens, abhängig vom Denken, Fühlen und Handeln des Anderen.
Nur, wenn die Natur im Einklang ihrer Elemente ist, gehts dem Planeten gut, nur, wenn das Gemeinwesen ausgeglichen ist, gehts auch dem einzelnen Menschen gut. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, das das Elend ja so weit weg ist, über kurz oder lang, trifft es jeden von uns.
Deswegen ist jedes Elend auf der Welt, unser aller Elend.
Deswegen geht uns alle jedes einzelne, leidende Kind an.
Wir müssen ihre Eltern aus der Hölle ziehen und gleichzeitig die Perversen, die Geschäftemacher und die Kriegswütigen bekämpfen.
'Gebt den Kindern eine Chance', wer würde da Nein sagen? Niemand!
Aber "eine Chance" ist zu wenig, damit es eine bleibende Wirkung hat, müssen auch ihre Eltern gerettet werden, müssen sie eine Chance auf Ausbildung und Bildung haben, müssen sie die Freiheit der Entscheidung über ihre Selbstbestimmung bekommen, müssen Frauen und Männer gleichberechtigt werden.
Die Mütter und Väter müssen erst ihre eigene Würde und ihr eigenes Recht auf Leben absichern können, damit sie dann, so gestärkt, ihre Kinder nachhaltig und anhaltend behüten und beschützen können.
Damit aus der vorübergehenden Chance ein für immer bleibendes Recht wird.
Sonst hört die Elendsspirale niemals auf.
Ich weiß, daß ich hier offene Ohren und Herzen finde, ich will Sie ja auch nicht überzeugen am Guten zu arbeiten, sondern Sie unterstützen es weiter zu tun, und soweit es mich betrifft, werde ich die Geschichte von meiner Oma und dem ganz besonderen Gott im Brot weiter verbreiten und von dem Gedanken der einen, gemeinsamen Welt weiter erzählen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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