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Der Mond, der Kühlschrank und ich.

 


Renan Demirkan: Vorwort


Daniel, 5 Jahre: Wie ich ins Kinderdorf kam


Sonja, 16 Jahre: Wenn ich an ihn denke


Neila, 16 Jahre: Lasst mich Freitag


Marcel, 15 Jahre: Ich bin Marcel und wohne in einem Heim


Marcel, 11 Jahre: Wie es am Anfang für mich war


Der Mond, der Kühlschrank und ich
Heimkinder erzählen

Marcel, 15 Jahre: Ich bin Marcel und wohne in einem Heim

Ich bin Marcel und wohne in einem Heim, im H.-Haus in U. Ich habe vorher bei meiner Mutter gelebt!
Mit 5 Jahren wollte ich dann zu meinem Vater ziehen. Meine Eltern leben getrennt. Als ich klein war, ist meine Mutter immer mit mir abgehauen, von meinem Vater weg zu anderen Männern.
Als ich 2 oder 3 Jahre alt war, kannte ich meinen Vater gar nicht. Immer wenn er mich für ein Wochenende holen wollte, hat meine Mutter ihn nicht rein gelassen, oder ich wollte nicht mit ihm fahren. Ich habe geschrieen und gekratzt. Nach einem Jahr wurde mir dann klar, dass das mein Vater ist, der mich immer abholen kommt.
Nach drei Jahren zog ich dann zu ihm, und mir ging es gut. Mit sechs Jahren wollte ich zu meiner Mutter zurück. Ich weiß bis heute nicht, warum ich diesen Fehler gemacht habe.
Dann ging es los. Ich war in H. auf der Grundschule. Ich wurde fertig gemacht, geschlagen, und zu Hause bin ich auch nur geschlagen worden. Man hat mich an das Bett gefesselt und mit dem Gürtel geschlagen, und auch so bin ich nur geschlagen worden. Es sind bestimmt 14 Kochlöffel kaputtgegangen, nur weil sie an mir kaputtgeschlagen worden sind.
Ich haue öfters kleine Kinder. Das will ich eigentlich gar nicht. Aber manchmal habe ich mich nicht unter Kontrolle.
Vielleicht kommt das, weil ich selber früher immer geschlagen worden bin.
Jetzt fühle ich mich wohl.


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Kiepenheuer & Witsch
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